Mutige Entscheidungen zu treffen bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, obwohl noch nicht alle Antworten feststehen. Isabel Grupp ist mit 24 Jahren als Trainee bei Plastro Mayer, das Familienunternehmen ihres Vaters, eingestiegen und leitet es heute gemeinsam mit ihm in der dritten Generation. In der Folge erzählt sie, wie sie die Organisation von einer klassischen Hierarchie zu einem Netzwerk umgebaut hat, warum sie schon vor Corona auf Feel-Good-Management gesetzt hat und wie sie mit ihrer Sichtbarkeit auf Social Media fast alle Bewerbungen für Plastro Mayer gewinnt.
Was bedeutet Mut beim Treffen von Entscheidungen?
Mut beim Treffen von Entscheidungen bedeutet für Isabel Grupp, Verantwortung zu übernehmen, obwohl man nicht alle Antworten kennt. Die meisten wichtigen Entscheidungen fühlen sich am Anfang nie komplett sicher an, sagt sie: „Wer immer erst entscheidet, wenn alles sicher ist, der entscheidet meistens zu spät." Für Isabel Grupp gehören Empathie und Klarheit dabei zusammen: Empathie ersetzt keine Entscheidung, sie bestimmt nur, wie Du sie kommunizierst. Triffst Du eine Entscheidung klar und begründest sie gut, kannst Du sie trotzdem einfühlsam und teamorientiert vermitteln.
Wie baust Du eine Unternehmenskultur ohne starre Hierarchie auf?
Eine Unternehmenskultur ohne starre Hierarchie entsteht, wenn MitarbeiterInnen die Struktur mitgestalten, statt sie nur mitgeteilt zu bekommen. Bei Plastro Mayer hat Isabel Grupp gemeinsam mit ihrem Team die Organisation von einem klassischen Top-Down-System erst zu einem Netzwerk aus Zahnrädern und später zu einem Bild von Wurzeln und Baum weiterentwickelt: Die Geschäftsleitung bildet die Basis, die 250 MitarbeiterInnen sollen Flügel bekommen, um, wie sie es beschreibt, „zu den Sternen greifen" zu können. Isabel Grupp ist außerdem selbst als Fragende ins Unternehmen eingestiegen, nicht als Besserwisserin, das hat ihr laut eigener Aussage das Vertrauen des Teams eingebracht.
Warum lohnt sich Sichtbarkeit als Unternehmerin auf Social Media?
Sichtbarkeit als Unternehmerin auf Social Media lohnt sich, weil sie Vertrauen schafft und Zielgruppen erreicht, die klassische Kanäle im Mittelstand nicht abdecken. Als Isabel Grupp vor sieben, acht Jahren mit ihrem persönlichen Instagram-Profil begann, hielten viele das für ungewöhnlich, gerade im männerdominierten Mittelstand. Heute kommen 95 bis 98 Prozent aller Bewerbungen bei Plastro Mayer über die Social-Media-Kanäle des Unternehmens. Isabel Grupp hat der Firma damit nach eigener Aussage ein weibliches Gesicht gegeben und zeigt gleichzeitig, wie der Arbeitsalltag einer Unternehmerin im technischen Mittelstand aussieht.
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