
Der dritte Advent ist vorbei, die Feiertage rücken in schnellen Schritten näher und bei manchen setzt auch schon der erste Glühwein-Verdruss ein. Um die besinnliche Zeit vor den Foodkoma-reichsten Tagen des Jahres aufzumischen und Euch mit Gesprächsstoff auf die Weihnachtszeit einzustimmen, haben wir unsere Hosts der K5 Thesen 2025 gebeten, noch einmal einen ehrlichen Blick auf ihre Hypothesen zu werfen und sie zu reevaluieren.
Stefan Wenzel, Kristina Mertens, Alexander Graf, Johannes Altmann, Karo Junker de Neui und Paul Krauss haben ihre Prognosen erneut hervorgeholt und überprüft, was sich bestätigt hat, wo der Markt schneller war als gedacht und welche Aussagen sie heute vielleicht etwas anders setzen würden. Denn im digitalen Handel fühlen sich sechs Monate nicht selten wie ein ganzes Jahr an.
Am dritten Advent schauen wir weiter darauf, wie unsere Hosts ihre eigenen Thesen einordnen: reflektiert, geschärft und mit dem Wissen der vergangenen Monate. Heute im Fokus: die Thesen und Statements von Karo Junker de Neui. Also kurz zurücklehnen, den Advent genießen und neue Perspektiven auf die K5 Thesen 2025 entdecken. Viel Freude beim Lesen, Mitdenken und Weiterdenken.
Auf der K5 im Juni klang „empathischer E-Commerce“ für viele noch wie ein kultureller Appell.
Doch inzwischen zeigt der zunehmende Anteil agentischer Kaufentscheidungen, die radikale Veränderung der Bedueutung von “Empathie” im E-Commerce und konkrete Indikatoren dafür gibt es bereits genug:
Empathie wird damit messbar, operationalisierbar und ökonomisch relevant.
Die eigentliche Herausforderung ist nicht mehr, empathisch zu wirken, sondern empathisch zu entscheiden – und zwar entlang der gesamten Wertschöpfung: Produkt, Kommunikation, Service, Logistik.
Video-Tipp
Du willst Dir Karos Thesen von der K5 2025 nochmal in voller Länge anschauen? Dann nichts wie ab auf unseren YouTube-Channel. Denn dort findest Du neben allen Thesen auch Keynotes und Paneltalks von der K5 Konferenz und Videopodcasts zu den heißesten Themen des digitalen Handels.
Doch damit nicht genug: Genauso wie wir Empathie operationalisieren, müssen wir auch unsere Sicht auf Vertriebskanäle komplett neu denken. Die Gewinner des Jahres sind nicht diejenigen, die die meisten Videos posten, sondern die, die Kultur-Signale am schnellsten in Nachfrage und Sortiment übersetzen können.
Die Beauty Branche mit Playern wie Sheglam oder Cosnova machen es vor: Social Media Trends wie z.B. Farben, Kollaborationen oder Produktneuheiten werden blitzschnell aufgegriffen, in Produkte übersetzt und in den entsprechenden Kanälen an die nachfragende Zielgruppe ausgespielt. Cosnova nutzte den Launch des TikTok Shops in Deutschland beispielsweise für ein emotionales Comeback, indem sie, ein in der Community beliebtes Produkt wieder einführten, das zuvor aus dem Sortiment genommen wurde.
Und genau diese Lernfähigkeit wird zur zentralen Basis.
Diese These war vor sechs Monaten schon unbequem, jetzt ist sie präziser:
Der Markt lernt gerade schmerzhaft, dass die Kosten des Nicht-Entscheidens exponentiell steigen. Wer nicht in der Lage ist, Chancen schnell zu nutzen, verliert in der aktuell angespannten Marktsituation an vielen Ecken und Enden dringend benötigte Umsätze.
Führungsteams, die noch versuchen, „perfekte Konzepte“ zu bauen, werden von Akteuren überholt, die unfertige, aber funktionierende Lösungen in den Markt bringen. Besonders bei den Entwicklungen im Bereich AI wird dieser Test & Learn Ansatz für Unternehmen zwingend notwendig sein.
Die Fixkostenkurve passt sich nicht „irgendwann“ dem Umsatz an - sie passt sich sofort der Entscheidungskultur an.
Für mich war 2025 das Jahr, in dem KI nicht nur Prozesse verändert hat, sondern auch die Marktmechanik, daher wird in 2026 noch wichtiger, dass Entscheidungen schneller getroffen werden müssen, als die Modelle, die sie beeinflussen.
Ich freue mich auf ein neues Jahr voller mutiger Hypothesen & schneller Experimente.

