Plattformintegration mit Tradebyte - Jeder kann ein Marktplatz werden

Plattformintegration mit Tradebyte – “Jeder kann ein Marktplatz werden!”

Plattform-Ökonomie könnte man aktuell als eines der dominierenden Themen im E-Commerce bezeichnen. Im E-Commerce ist Amazon Herrscher in diesem Bereich. Ist ja auch ‘ne tolle Sache. Denn es vereint zig Marken und Hersteller in einem Marktplatz als Monopol.
Für Kandidaten, die nicht Teil einer digitalen Plattform sind, wird es schwierig sich in solche zu integrieren.

Doch es gibt Lösungen und Service Provider, die sich der Verbindung von Marken und Herstellern mit Marktplätzen und Retailern annehmen.
Tradebyte ist einer davon. Für diese Ausgabe hat Sven Rittau den Gründer und CEO Matthias Schulte getroffen. Im Podcast berichtet er davon, wie Tradebyte Kunden dabei unterstützt an einen Marktplatz anzudocken und was es mit der Übernahme durch Zalando auf sich hat.

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Vom Händler zum Hersteller

It all started with the Nokia-Knochen…Beziehungsweise begann alles mit dem GSM Zeitalter – Ihr wisst schon, damals als es noch Tastenhandys gab. Zu dieser Zeit lernte Matthias Schulte verschiedene Vertriebskanäle kennen. Sowohl die klassische Distribution als auch offizielle Markenlizensierung, also Distributionsgeschäft für Hersteller. In einer zweiten prägenden Phase kam Schulte in einem Beratungsgeschäft im Bereich IT und Telekommunikation der Handelsschiene näher. Irgendwann lockte aber die Herstellerseite. Eine Vorliebe für (Damen-)Schuhe brachte Tradebyte letztendlich ins Rollen. “Aufgrund meiner IT-Affinität haben wir relativ schnell einen Online-Shop gegründet. Die Überlegung ‘welche Vertriebskanäle gibt es noch und wie lässt sich dann der ganze Vertrieb managen?’ hat mich auf das Tradebyte-Geschäftsmodell gebracht. Sozusagen aus einer Händler/Hersteller- und Markenperspektive heraus.”

Die nahtlose Vernetzung von Marken und Herstellern mit Marktplätzen und Retailern wird von Tradebyte unterstützt. “Anfangs waren wir noch stark getrieben von ambitionierten Onlinern, die teilweise in Vertretung von Marken die digitalen Kanäle bedient haben.” Groß geworden ist Tradebyte dann mit Quelle und Neckermann. Da diese Player allerdings 2006/7 schon komplett mit einer Plattform präsent waren, ging die “Problemlösung” für Tradebyte eher in Richtung Sortimentserweiterung. “Hier war nicht der Bedarf vorhanden, eine Plattform zu werden, sondern der Bedarf nach Long tail. So haben wir eigentlich erst die echte Vertriebsplattform entdeckt und dann die offenen Marktplätze erschlossen. Ausschlaggebend für unser Setup ist, dass wir nicht das direkte B2C Geschäft betreiben, sondern Eher B2B2C.”

 

Verkaufsschlager TB One und TB Market

Eines der Hauptprodukte von Tradebyte ist TB One. Hierbei handelt es sich um die Steuerungszentrale für Anbieter, die digital Vetriebskanäle erschließen müssen. “Die wesentlichen Funktionen sind ein sehr starkes PIM-System, um den Content zu managen. Zusätzlich sorgt das Order-Management-System dafür, die eingehenden Bestellungen zu aggregieren und den Systemen zuzuleiten, die logistisch im Lead sind.” Im Gegensatz dazu ist TB Market eine flexible Marktplatz-Lösung, um die Lieferanten von Fremdsortimenten zu managen. Die gesamte Multi-Vendor-Plattform wird über dieses Tool automatisiert.

 

“Jeder kann ein Marktplatz werden”: Die Vorteile eines Marktplatz-Players

Prinzipiell ist Matthias Schulte der Meinung, dass jeder große Player ein Marktplatz werden kann. “Jemand, der dieses Thema Plattform als Hybrid aus seinem vorhandenen Bestandsgeschäft und dem, was er digital on top setzen kann, versteht, kann damit die klassischen Probleme lösen.” Nimmt man als Beispiel einmal Kaufhof. Kaufhof hängt strategisch am Stammgeschäft. Hier wäre die Frage, wie man online mit Blick auf Longtail andere Marken gespielt und stationär nicht so sehr gefragte Produkte online verfügbar gemacht werden. Beim Marktplatz ist immer damit zu rechnen, dass noch irgendwo ein Wettbewerbsangebot auf einen Artikel herrscht.
Aber im wesentlichen kann ein Marktplatz als moderne Lieferantenplattform dienen, auf der man sehr dynamisch und nachfrageorientiert Angebote steuern kann. Was zur Folge hat, dass auch der Traffic deutlich besser monetarisiert werden kann. Denn hier ist man nicht von einer Einkaufsstrategie abhängig, sondern kann sehr dynamisch und agil unterwegs sein.

 

Markeneinsicht

Dynamisch und agil ist besonders bei bestimmten Phasen von Nöten, wie dem Black Friday zum Beispiel. Da müssen die Bestände der Marken und Hersteller, die über Tradebyte angeboten werden, gut kontrolliert sein. Wer bestimmt nun was an so einem black Friday Sale passiert? Und wie viel Einsicht hat der Lösungsanbieter aber selbst auf vorhandene Bestände? Grundsätzlich hat Tradebyte eine gewisse Sichtbarkeit auf die Bestände, die für den Online-Vertrieb freigeschaltet sind. Denn die Bestands-Informationen werden über die TB-Systeme weitergeleitet. “Im driver seat für die Entscheidung, was an welchem Tag mit welchem Bestand und in welcher Breite online geht, ist derjenige, der das Business steuert. Sprich: Anbieter oder die Marke.”

 

Übernahme durch Zalando: ein integrativer Gedanke

Einer von Tradebytes Hauptkunden war lange Zeit Zalando, der vom IT-Spezialisten bei der Umsetzung seiner Plattformstrategie unterstützt wurde. 2016 übernahm der Online-Modehändler Tradebyte zu 100% mit dem Ziel ein in sich geschlossener Marktplatz zu werden. Eine 100%ige Übernahme bedeutet aber auch die eigene Unabhängigkeit aufzugeben. Dennoch profitiert Tradebyte vor allem von Zalandos technologischer Infrastruktur und tief greifendem Branchenwissen. “Wir haben immer gesagt: wenn wir einen Partner gesellschaftlich reinnehmen, muss es jemand sein, der uns hilft. Damals hatten wir schon einen Share von 85% im Bereich Fashion & Living gehabt. Das ist die Kategorie und die Branche, die im Blick auf Digitalisierung früh dran ist. Zalando war da bereits ein starker Player und dadurch, dass wir uns durch die Jahre davor kannten, war ein gewisses Vertrauen bereits da.” Nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten lautete hier die Devise.

 

Die Tradebyte Roadmap

Die Übernahme durch Zalando hat dem Integrations-Spezialisten vor allem ein starkes Trust-Siegel verpasst. In den Zalando-Projekten ist Tradebyte sehr stark involviert, was das Unternehmen erheblich bei seinem eigenen Wachstum unterstützt. “Am meisten werden wir damit beschäftigt sein, den Demand, der auf uns zukommt, zu managen. Das heißt: Die Partner an ihrem aktuellen Standpunkt abzuholen und in die Digitalisierung zu führen.” Darüber hinaus verfolgt Tradebyte bestimmt Initiativen. Momentan stehen Pilot-Projekte im Bereich Offline Integration in der Pipeline. Auch bei TB MArket könnte sich demnächst einiges tun: “Die Markenwelt hat ja schon erkannt, worum es vertriebsseitig geht. Die andere Aufgabe wäre dann, wie man Retail Touchpoints, also die Opportunitäten, die bei den Retailern in Europa liegen, anders heben kann. Die tun sich vergleichsweise noch recht schwer mit Fremdsortimenten.”

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