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Stationärer Handel: Genickbruch Corona?

Mrz 10, 2021 | Home, K5 Insights, K5 TV, Stationärer Handel

Prof Dr. Gerrit Heinemann spricht bei uns im K5 TV über den stationären Handel und dessen Wandel während Corona-Zeiten. Der Wirtschaftsexperte sieht den Shutdown nicht nur negativ. Vielmehr sieht er ihn als Chance. Durch die Pandemie sind die Unternehmen gezwungen den unausweichlichen Wandel zu beschleunigen und veraltete Strukturen zu erneuern – und dies auf radikale und offensichtliche Weise.

 

Wenn es auf den stationären Handel zu sprechen kommt, steht vor allem die Frage im Raum, ob Corona der Genickbruch für lokale Shops bedeuten könnte. Laut dem statistischen Bundesamt hätte der Handel den mit Abstand größten Zuwachs erfahren. Vor allem der Lebensmittelhandel, der über 10 % zugelegt hat. Die Baumärkte, Gartencenter und Möbelhäuser, die zweistellig gewachsen sind, haben im Jahr der Pandemie profitiert.

 

Die Bekleidungsunternehmen hingegen haben einen Verlust von 30% erfahren müssen, wovon überwiegend Kleinstunternehmen betroffen sind. Dabei handelt es sich in Deutschland um ca. 250 000 nicht filialisierte Händler mit einem jährlichen Durchschnittsumsatz von 300 000€. Heinemann sagt, dass die Strukturschwierigkeiten das eigentliche Problem der gesamten Bekleidungsbranche seien, und wenn Corona nicht wäre, so wären dieselben Probleme innerhalb der nächsten 10 Jahre eingetreten. Die Pandemie hätte sie nur beschleunigt.

 

„Wir brauchen eine On Demand-Strategie“

 

Als eine der größten Schwierigkeiten nennt er die Lieferkettenstrukturen. Modeunternehmen müssen schon 6-12 Monate vor der eigentlichen Saison ihren Bedarf ordern. Viele der Konzerne sitzen nun wegen Ladenschließung auf Ware, die nicht mehr saisonal verkaufbar ist. Beim Nachbestellen der Ware würden die Nachlieferungen, z.B. aus China, zu lange dauern. Besser wäre eine On Demand-Strategie, wie ZARA eine hat, die durch in Europa sitzende Produktionssitze innerhalb von zwei Wochen nachliefern könne.

 

Online-Handel: Profiteur oder einziger Bezwinger der Krise?

 

Eine weitere notwendige Strategie, um aus der Krise herauszukommen, ist auf digitale Lösungen zu setzen. Wie diese aussehen, zeigt Heinemann an Konzernen, wie Douglas und Media Markt Saturn, die während der Krise durch ihre Sanierungsstrategien besser aufgestellt sind als andere. Online-Marktplätze gelten als die wahren Profiteure der Krise, da sie jetzt unter anderem einen Zuwachs der kleineren Unternehmen haben, denen selbst die Kapazitäten für eine Online-Präsenz fehlen. Während die ganze Modeindustrie einen dramatischen Einbruch erfahren musste, hat Zalando ein Plus von 20% zu verbuchen hat. Was für ein Marktanteil!

 

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Play Video von K5 Insider mit Gerrit Heinemann zum stationären Handel

 

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