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Conversational Commerce – der neue Trend im E-Commerce

Mrz 19, 2021 | app, E-Commerce Insights, Home, K5 TV, Tools

Im asiatischen Raum ist es schon längst Alltag – Shopping via Live Messenger. Langsam hält der Conversational Commerce auch Einzug in Deutschland. charles ist eines der ersten Unternehmen, was sich auf Shopping per Messenger spezialisiert hat. 

 

Vor zwei Jahren gründeten Andreas Tussing und Artjem Weissbeck den ersten WhatsApp-Store Europas. Sie verkauften Basics, wie Socken und Shirts. Die Wäsche konnte man ganz einfach per Textnachricht nachbestellen. Ende 2019 haben die Founder sich dann dazu entschlossen, die Software für Unternehmen herzustellen, die in den Conversational Commerce einsteigen wollen. Die eigene Bekleidungsmarke dient als Lab, an dem sie ihre Strategien testen.

 

charles

 

Frontend WhatsApp als Quick Commerce – Medium

Conversational Commerce läuft in Europa vorderrangig über WhatsApp, welches der meistgenutzte Messengerdienst ist. WhatsApp bietet drei verschiedene Chat-Varianten an. Einmal der klassische WhatsApp Messenger für Privatkunden. Dann gibt es noch das WhatsApp Business, der für kleinere Händler, wie dem Bäcker nebenan, gedacht ist. Diese Version hat für Händler nur limitierte Angebote und Zugriffe. Seit zwei Jahren gibt es den WhatsApp Business (API), der eine größere Auswahl an Zugriffen und Nutzungen hat. Ende 2020 verkündete WhatsApp zusätzlich Shopping auf ihren Messengerdienst möglich zu machen. 

 

In den Anfängen des Conversational Commerce wurden zunächst über Chats nur Gutscheine und Voucher verschickt. Später kam noch die Kundenberatung und Service-Angebote nach dem Kauf hinzu, die mittlerweile einige Unternehmen anbieten. Bei charles hingegen steht im Conversational Commerce der tatsächliche Handel im Fokus. Anfragen zu Produkten werden direkt über die Chats beantwortet. charles sorgt dann mit seiner Software dafür, dass Unternehmen Zugriff auf ihr Inventar haben, sowie die nötigen kundenbezogenen Daten. Damit kann der Händler den  personalisierten Warenkorb zusammenstellen. Die Kaufabwicklung erfolgt schließlich ebenfalls über den Messenger. charles sieht sich mit seinem Angebot zwischen Commerce Tool und Shop System. Sie verbinden den WhatsApp-Kunden, der mit seiner Telefonnummer registriert ist, mit dem Shopify-Kunden, der durch eine E-Mail identifiziert ist. Durch ihr Tool werden diese beiden connected und die gemeinsame Historie wird zusammengetragen. Sie selbst sind für den Käufer gar nicht erkennbar. WhatsApp ist das Frontend, welches für den Käufer sichtbar ist.

 

charles Conversational Commerce

 

Conversational Commerce- das fehlende Glied zwischen Retail und Ecom

 

Die Motivation der Gründer hinter charles ist, dass sie mit dem Conversational Commerce kein entweder Retail, oder E-Commerce sehen, sondern vielmehr die Lücke dazwischen schließen. Auf einer Seite könne es das E-Commerce-Problem der fehlenden persönlichen Bezugs lösen. Auf der anderen Seite ermöglicht es den schnellen Einkauf, ohne dafür irgendwo hingehen zu müssen. Dadurch dass der Kunde ständig auf WhatsApp durch seine Nummer registriert ist, fallen die lästigen Accounterstellungen ebenfalls weg. Ccom, die abgekürzte Form, verbindet also die Vorteile beider herkömmlichen Shoppingvarianten. Die Schnelligkeit und Dezentralisierung mit der Interaktion und dem Kundenkontakt. 

 

Conversational Commerce

 

Der aktuelle Kundenkreis von charles lässt sich in drei Bereiche zusammenfassen. Der erste wäre der klassische Chat&Shop-Anbieter, sprich der E-Commerce-Shop im Messenger. Der zweite Bereich ist der “Close deals”. Darüber werden komplexere Verträge und Deals, wie z.B. Auto Leasing, direkt über WhatsApp abgeschlossen. Der dritte Bereich ist der sogenannte “Retail Concierge”. Dieser gilt als verlängerter Arm des lokalen Retails. Die Verkäufer im Laden schöpfen mithilfe der Software ihre ganzen Verkäufer-Kapazitäten aus und betreuen den Kunden nach dem Kauf weiter. 

 

Einer der Chat&Shop-Anbieter ist das Möbelunternehmen woodboom. Der durchschnittliche Warenkorb liegt bei über 1.000€. Innerhalb von wenigen Wochen wurden schon 70% der Käufe auf WhatsApp selbst abgewickelt. Das ist nicht nur für charles ein voller Erfolg, sondern zeigt auch, dass der Conversational Commerce ein ernstzunehmender Handel ist, den man im Auge behalten sollte. 

 

Ausführlichere Informationen über den Trend Conversational Commerce, die Möglichkeiten und Herausforderungen mit den Messengerdiensten findest du im ganzen Video mit charles. Jetzt kostenlos im K5 Klub registrieren und in der Mediathek anschauen!

 

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