Relevanz, Convenience, Inspiration – Warum OUTFITTERY mit Curated Shopping den Nerv der Zeit getroffen hat

Jun 6, 2017 | ChefTreff

Nicht jeder würde Shoppen zu seinen Lieblingsbeschäftigungen zählen. Das betrifft vor allem die Herren der Schöpfung. Das hat mehrere Gründe. Entweder fehlt die Zeit, die Lust oder halt der Personal Shopper, der sämtliche Wühltische und Kleiderstangen auf sich nehmen und dem Kunden den größten Stress ersparen würde.
2012 trat dann mit OUTFITTERY ein Konzept auf den Markt, das die Shopping und User Experience online revolutioniert hat.

Im CHEFTREFF spricht OUTFITTERY Mitgründerin Anna Alex mit Sven Rittau unter anderem darüber, wie und warum das Konzept des Curated Shoppings online so gut aufgeht und warum man Retouren nicht als Hindernis, sondern als Möglichkeit betrachten sollte.

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Du willst nur bestimmte Teile des Podcast hören? Hier findest Du eine Übersicht über die besprochenen Themen, mit der Du direkt zu den gewünschten Abschnitten springen kannst.

 

OUTFITTERY- Weniger ist mehr

Es ist ja schon beinahe erstaunlich, dass bis 2012 niemand so richtig auf die Idee gekommen ist Personal Shopping online zu betreiben. Dabei hat sich das Konzept offline bereits bewährt. Besonders in den USA sind Personal Shopper gefragt. Das haben Anna Alex und Julia Bösch auf einem Trip durch NYC entdeckt. “Ein Freund von uns hat sich einen Personal Shopper gegönnt und war davon so begeistert, dass wir uns dachten: Das ist die Idee! Wie können wir diese User Experience mit den Vorteilen des E-Commerce verbinden und nach Europa bringen?”
Und damit haben sie perfektes Timing bewiesen. Denn diese Art des Shoppens gab es in der Form noch nicht. Dabei ist der Bedarf definitiv vorhanden. Anna ist davon überzeugt, dass sowohl der offline als auch online Handel viele Kunden komplett überfordert.
“Als vielbeschäftigter Mensch hast du weder die Zeit noch Lust, dich durch 1000 Artikel zu wühlen, um das zu finden was zu dir passt, in dem du dich wohl fühlst, das du gut kombinieren kannst usw. Das ist fast unmöglich. OUTFITTERY ist genau dafür die Lösung. Mit erfahrenen Stylisten ermitteln wir den passenden Style und suchen nur das raus, was für den Kunden wirklich relevant ist.”

Das steckt hinter OUTFITTERY:

https://www.youtube.com/watch?v=FWdPLKlTtqc

©Youtube/OUTFITTERY/”OUTFITTERY – so funktioniert’s (2015)”

Der Kunde selbst ist bei (s)einer erfolgreichen Shopping Experience bei OUTFITTERY nicht unbeteiligt. Um dem Stil und Geschmack des Kunden bei der ersten Lieferung gerecht zu werden, füllt dieser einen Online-Fragebogen aus. “Optional bieten wir jedem Kunden noch die Möglichkeit zu einem persönlichen Telefonat. Da kann man einfach viel schneller abklären was einem gefällt oder nicht. Und den meisten Kunden macht das auch richtig Spaß. Aus jeder Box bzw. Retoure lernen wir ihn besser kennen und können seinen Geschmack viel besser einschätzen. Die kleine Kommunikationsreise zwischen Kunde und Stylist gewährt dann auch die Zufriedenheit des Kunden.”

 

Herzstücke des Geschäftsmodells: Retoure…

Beim Stichwort Retoure zucken die meisten Händler regelrecht zusammen. Bei OUTFITTERY hingegen ist sie fester Bestandteil des Systems. Schließlich lernt das Team um Anna aus jeder Rücksendung etwas über den Kunden dazu. “Uns ging es nie darum Retouren zu minimieren. Wäre das der Fall, würden wir schwarze Socken verschicken. Wir wollen die Zufriedenheit des Kunden maximieren und das geht nur, wenn wir so viel wie möglich über ihn sagen können. Retouren helfen uns dabei.”

 

…und Service

Zum Glück sind es keine 08/15 Socken, sondern ausgewählte und stylische Kleidungsstücke, die ihren Platz in der Box finden. Zu Ladenpreisen. Dass bei OUTFITTERY kein Hemd für 10€ verschickt wird, wird den Kunden auch so kommuniziert. Letzten Endes ist der Service entscheidend. Und diesbezüglich ist OUTFITTERY gerade dabei, den stationären Handel zu überholen. Viele große Anbieter sind nur darauf fokussiert, den nächsten Sale zu planen. Sommerschlussverkäufe oder Mid-Season-Sales stellen die einzigen Argumente dar, Kunden überhaupt in den Laden zu bekommen.
“Wenn die Margen dann hinüber sind, wird als erstes am Service Personal gespart. Das ist der Grund warum man sich bei einst renommierten Anbietern nicht mehr kompetent beraten fühlt. Wir von OUTFITTERY glauben allerdings an guten Service. Er ist das Herz unseres Geschäftsmodells.” Anna behält auch eher den Kunden im Blick, als weitere Wettbewerber. “Den Wettbewerb hast Du irgendwann überholt, aber der Kunde hat immer neue Ideen und Wünsche.”

 

Nicht ohne mein Team

Anders als bei ihrem eigenen Berufseinstieg legt Anna extrem viel Wert auf die Einbindung des Teams. Denn als sie 2008 ein Praktikum bei einer der größten Wirtschaftsprüfungen in Frankfurt absolvierte, hatte sie andere Erfahrungen gemacht. Und dabei gemerkt, wie frustrierend es ist, sich wegen irgendwelchen internen Firmenpolitiken nicht einbringen zu können. Um das bei OUTFITTERY zu vermeiden, arbeitet das Unternehmen mit Objective Key Results. Mit dieser agilen Management Methode wird das Team in die Firmen-Zielsetzung aktiv mit eingebunden.
“Wir als C-Level Team geben Ziele vor und alle Abteilungen können dazu beitragen, diese zu erreichen. Dabei wird jeder abgeholt, involviert und von überall kommen Ideen. Bei uns soll jeder eine Chance erhalten und gehört werden.”
Damit das Team funktioniert ist offene Kommunikation das A und O. Mitarbeiter wollen sich weiterentwickeln und gemeinsam können Möglichkeiten dafür ermittelt werden. Eine Management Trainerin sorgt ebenfalls für Unterstützung.

 

Future Projects und kritisches Feedback

Wie sich OUTFITTERY in den nächsten Jahren weiterentwickelt, wird sich zeigen. Anna hat drei feste Ziele, die sie auf jeden Fall realisieren möchte. “Neben noch mehr Internationalisierung wollen wir uns an neuen Technologien versuchen. Wir hatten 2014 mal eine Art Männer-Scanner, den wir aber nicht skalieren konnten. Was wir uns vorstellen können: Apps für weitere Körpervermessungen. Oder Virtual Reality. Wir probieren momentan viel aus und haben dazu ein Video gemacht. Ob es Kundennutzen bringt oder nur eine nette Spielerei ist, wird sich zeigen.”
Zusätzlich soll die Teamkultur, wie sie momentan ist, aufrecht erhalten werden. Immer mit der Frage im Kopf: “Wie können wir das, was wir haben, noch innovativer gestalten und jeden Mitarbeiter motivieren?”
Für ihr Team tut Anna Alex einiges, um das Beste aus jedem einzelnen herauszuholen. Und sie selbst? Sie hat gelernt, dass kritisches Feedback der einzige Weg ist, sich selbst weiterzuentwickeln. “Ein Unternehmen ist ein ständiges Geben und Nehmen. Für sich persönlich und für die Entwicklung im Team. Julia und ich leben das vor.”

 

Podcast Übersicht

ab 01:35 Anna Alex’ Werdegang bis zur Gründung

ab 05:30 Königsweg “damals und heute” in die digitale Gründerszene

ab 08:30 “Back to the old days”: Von der Ideenfindung bis zum Geschäftsmodell

ab 12:00 Relevanz, Convenience und Inspiration als Pfeiler der Firmenphilosophie

ab 17:00 “First Contact”: Die Schritt für Schritt Einführung der Neukunden

ab 20:00 Retoure als fester Bestandteil des Geschäftsmodells

ab 21:30 Generierung von Kundeninformationen und das Dilemma der Passform

ab 23:30 Kulturelle und regionale Unterschiede als Herausforderung der Expansion

ab 26:20 Offline Handel als ungewollter Wachstumstreiber

ab 31:50 Wettbewerber am Markt und Methoden der Abgrenzung

ab 37:30 Führungsleitmotiv bei OUTFITTERY

ab 39:30 Der Wettbewerb um Talente

ab 41:20 Die nächsten drei großen Etappenziele bei OUTFITTERY

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