Story Telling trifft virales Content Marketing - Markus Poehlmann, Monsterzeug

Story Telling trifft virales Content Marketing – Monsterzeug.de macht’s vor

Wer auf der Suche nach einem richtig ausgefallenen Geschenk (und einer tollen Marketingstrategie) ist, wird bei einem Shop auf alle Fälle fündig. Auf Monsterzeug.de reiht sich ein sonderbares Produkt an das nächste. Für jede Person und jeden Anlass ist etwas dabei. Jetzt fragt man sich: Wie kommt man auf die Idee so einen Shop zu eröffnen? Wir haben mit Gründer Markus Pöhlmann gesprochen. Im Gespräch stellt sich besonders eins heraus: Dass hinter dem Erfolg eines Unternehmens weitaus mehr steckt, als nur tolle Produkte. Und dass doch letztendlich nichts über eine gute Mundpropaganda geht.

Höherschlagende Männer- (und Frauen-) Herzen

Monsterzeug.de ist der Online-Shop für kleine und – vor allem – große Jungs. Wie einige Unternehmen, ist der Shop “aus einer Laune heraus” entstanden. Und aus einem Bedarf. 2008 waren nämlich ferngesteuerte Hubschrauber das Must-Have bei echten Männern! Nur leider waren die hierzulande nicht erhältlich. Die Gründer Sascha Langner und Markus Pöhlmann und merkten schnell: “Wir dachten uns: wenn wir die haben wollen, gibt es bestimmt auch noch andere, die diese Hubschrauber haben wollen! Also haben wir uns Exemplare aus England importieren lassen, einen kleinen Shop gebaut und dann ging’s auch eigentlich schon los.”
Der Ansatz dahinter sollte ursprünglich heißen: Von Männern für Männer.
Tatsächlich aber bestand die Zielgruppe, die letztendlich durch diesen Shop angesprochen wurde, zu ⅔ aus Frauen! Weil es nach wie vor nicht ganz einfach ist für die Herren der Schöpfung ein passendes Geschenk zu finden.

 

“Das können wir besser!”

Monsterzeug ist also ein Shop mit lustigen Gadgets und Geschenken. Aber war die Idee damals vor 10 Jahren wirklich so neu?
“Klar, es gab natürlich schon ein paar Shops dieser Art. Besonders in England war das ein großes Thema. Hierzulande gab es lediglich ein paar kleine Nischenshops. Aber da war halt keiner dabei, der uns so richtig überzeugt hat. Wir haben uns gedacht: das können wir besser!”
Ein bisschen gedauert hat es allerdings schon, bis der Shop sich positionieren konnte. Mit einer Sortimentsumstellung hat es schließlich ganz gut geklappt. Denn der Markt für individuelle und anlassbezogene Geschenke ist groß.
Natürlich muss so ein Shop entsprechend vermarktet werden. Auch hierbei hat Monsterzeug seinen eigenen individuellen Weg gefunden.

 

Aus Spaß wurde Ernst…?!

Nicht wirklich. Aber dass aus einem Spaß heraus eine der besten CM-Strategien werden sollte, hätte Markus Pöhlmann wohl auch nicht vermutet. “Da das gesamte Projekt ja schon aus einem Spaß entstanden ist, wollten wir da konsequent bleiben.”
Frei nach dem Motto Never change a running system wurde die Spaß-schiene weiter gefahren mit regelmäßig lustigen Aktionen und Aprilscherzen. Nur: den Scherz zum 1. April macht ja irgendwie jeder. Monsterzeug.de zog diesen also auf einen Tag davor: “Mit den Hubschraubern hat das ja alles angefangen, also haben wir uns überlegt eine Story drum herum zu bauen. Mit der Headline ‘Monsterzeug hat den Original Airwolf Helicopter bei eBay ersteigert!’ und Screenshots haben wir einen richtig coolen Blogbeitrag veröffentlicht.” Und das schöne an diesem Internet ist ja, dass ein Beitrag von null auf 100 viral gehen kann. Aufgegriffen wurde der Blogbeitrag von anderen Blogs und Foren aufgegriffen. “Auf einmal haben uns wahnsinnig viele Leute angeschrieben. Das ganze hat sich quasi wie von selbst vervielfältigt. Ein Selbstläufer ohne große Kosten, der uns wahrscheinlich am meisten Spaß gemacht hat.”

 

Lean back and relax

Seither ist diese Art des viralen Content Marketings fester Bestandteil im Unternehmen. In den darauffolgenden Jahren nach dem ersten Aprilscherz wurde dieser Scherz-Faktor so gut es ging versucht zu systematisieren. “Irgendwann mussten wir etwas neues ausprobieren, worüber Medien schreiben würden. Und boten 2012 zum ersten Mal ein echtes Riesenrad an! Aufbereitet mit einem lustigen Beschreibungstext konnte das online gefunden werden.”
Aber ein waschechtes Riesenrad war nicht die einzige Kuriosität, die man finden konnte. von einem lebensgroßen Lebkuchenhaus bis zur Vorgartenachterbahn ist wirklich alles dabei! Ach, seht bitte einfach selbst…
“Wenn dann eine Satirikseite, wie der Postillion, das dann aufgreift und eine mega Geschichte drum herum spinnt, ist das nur der Anfang. Die Leute, die auf unsere Webseite kamen, haben begonnen super kreative fake-reviews über diese Spaßprodukte zu schreiben! Von unserer Seite aus dem Team kam da wirklich gar nichts, das war ein absoluter Selbstläufer!”

 

Conversion ist nicht alles, was zählt

Schon praktisch, wenn man sich auf diese Art nicht mehr sonderlich ums Marketing kümmern muss. Aber wie profitiert Monsterzeug.de davon? Macht sich die Strategie monetär bemerkbar? “Conversions werden dadurch nicht vermehrt.” Aha, schade – aber wozu dann das Ganze? “Wenn Nutzer diese Fake- und Spaßprodukte aufgreifen, in einem Artikel oder so, erzeugt das wahnsinnig viel Aufmerksamkeit. Und dementsprechend Traffic auf der Seite, was wiederum die Interaktion dort fördert.”
Diese Interaktion sorgt dafür, dass diverse Berichterstattungen im Netz kursieren. Das nutzen die Macher von Monsterzeug mittlerweile gezielt, um nicht nur die Fake- und Spaßprodukte zu vermarkten. “Immer nach solchen Nachberichten ist ein großer Peak auf unserer Seite erkennbar. Alles Effekte, die wir gerne mitnehmen und nicht mal dafür bezahlen müssen.” Was zudem hilft: Bei 6-stelligen Besucherzahlen ist Re-Targetting viel leichter.

 

Trendgespür und Datenanalyse

Eine Marketingstrategie par excellence und dann auch noch für umme. Und dass gesteigerte Umsätze hierbei keine Rolle spielen, scheint dem Unternehmen nicht wirklich zu schaden. Aber was verkauft denn Monsterzeug eigentlich genau?
Das Sortiment ist aufgeteilt in individuelle und personalisierbare Geschenke, aber auch in coolen Gadgets und Produkten aus der Kategorie ‘braucht kein Mensch – ist aber nice to have!’. Wie kommt man allerdings auf so absurde Ideen eine Wohnzimmer-Sauna anzubieten?!
“Mit der Zeit haben wir ein Gespür dafür entwickelt, welche Artikel gut funktionieren. Natürlich basierend auf Datenanalysen der Nutzer. Dann sehen wir uns natürlich auch auf anderen Märkten um und schauen, was in anderen Ländern gut funktioniert. Getestet wird dann in kleinen Mengen.”
Die Hälfte der Produkte wird übrigens vom Unternehmen selbst hergestellt.

Monsterzeug.de entpuppt sich als wirklich sonderbarer Online-Shop. Aber wenn man einmal selbst auf dieser Seite unterwegs war, versteht man auch warum. Schon allein mit den Rezensionen über die Vorgartenachterbahn könnte man sich stundenlang beschäftigen! Das beste daran: Man kann dieses Ding wirklich kaufen! Ein Hersteller in Süddeutschland würde es möglich machen. “Gekauft wurde die zwar schon oft, nur bezahlt hat sie leider noch niemand.”
Markus Pöhlmanns Lieblingsprodukt ist übrigens “Das unmögliche Puzzle: Das besteht einfach mal aus über 500 Teilen, die fast identisch miteinander sind!”

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